Das
Schullandheim Bimöhlen 1949 - 1989
40 Jahre bestand eine enge Verbindung zwischen
Schnelsen und Bimöhlen.
Im August 1949 erwarb der Schulverein Schnelsen in der Nähe
von Bad Bramstedt, in dem idyllischen Dorfe Bimöhlen, eine
alte Villa mit ca. 7500 m2 Gelände und Parkanlage.
Die anfängliche schwierige Finanzierung des Objekts wurde schnell
überwunden und mit der Unterstützung der Eltern, Lehrer
und bereits heranwachsenden jugendlichen Schülern wurde in
„Selbsthilfe“ das Gebäude zum Schullandheim umgebaut.
Am 2. Sept. 1950 fand dann die Einweihung des Heimes in Bimöhlen
statt.
Es folgten für die Schüler der Schule Frohmestraße
und Anna-Susanna-Stieg erlebnisreiche Aufenthalte in den Jahren.
Die ganze Schönheit von Bimöhlen und seiner Umgebung wurde
geprägt von einer intakten dörflichen Landwirtschaft mit
deren Ruhe und Gelassenheit, die gerade im Stadtteil Schnelsen in
dieser Zeit verloren gegangen war.
Ständige Umbauten, Erweitungsbauten und behördlichen Auflagen
mussten in diesen 40 Jahren gemeistert werden. Darunter fiel auch
die Erneuerung des von Hausbock befallenen Dachstuhles, welches
das Heim in Existenznöte brachte. Auch diese Hürde konnte
erfolgreich abgeschlossen werden.
Ein neuer Zeitgeist und der zunehmender Wohlstand in der Bevölkerung
veränderten auch bei den Schülern den Anspruch auf eine
bessere Unterbringung auf Reisen. Sportliche und erlebnisreiche,
nicht mehr mit Bimöhlen vergleichbare Ereignisse, wurden auf
Schulreisen Standart. Hinzu kam, dass die behördlichen Sicherheitsauflagen
für das Schullandheim immer höher gesetzt wurden. So entschlossen
sich die Schulen in Schnelsen 1989 das Heim zu verpachten und zwei
Jahre später von der Immobilie zu trennen.
Für die ehemaligen Schüler aus Schnelsen sollen, mit
einer kleinen Auswahl von Bimöhlen-Bildern, die Erinnerung
aus dieser „einfachen“ Zeit noch einmal geweckt werden.

Die 1905 erbaute Villa von Ludwig Moritz, Postkarte von 1917.

Das neu erworbene Gebäude wird 1950 bereits als Schullandheim
genutzt.

Bimöhlen Juni 1950, Seitenansicht des Gebäudes.

Mit diesen „Bausteinen“ wurde in Schnelsen um Geldspenden
aufgerufen.

Freiwilliger Arbeitseinsatz von Schülern auf dem neuen Schullandheim-Gelände.

Es wurde nicht immer gearbeitet.

Der Schutt muss weg, Aufräumungsarbeiten 1950.

Die Arbeit nimmt einfach kein Ende! Arbeitseinsatz 1950.

Die hohle Linde auf dem Gelände, ein wunderbares Versteck für
Kinder.

Tanzvergnügen mit Musikbegleitung aus einer „Lautsprecheranlage“.

Tanzvergnügen mit Musikbegleitung auf dem Hofplatz.

Tanzvergnügen mit Musikbegleitung auf dem Hofplatz.

Eine verdiente Pause nach vollbrachter Arbeit.

Eine alte Fassadenansicht des Schullandheimes von 1953.

Durch einen Dachgeschossumbau 1958 wurde diese Fassade verändert.

Ein gedeckter „Kaffeetisch“ im Schullandheim Bimöhlen.

Nach einer „Auflockerung“ der Zimmer wurde 1963 die
Bettenanzahl von 75 auf 51
reduziert.

Die neue Ansicht des Schullandheimes nach dem Dachgeschossumbau
1958.

Eine schöne Gesamtansicht des Schullandheimes aus den sechziger
Jahren.

Eine Postkarte von Bimöhlen von ca. 1965.

Das Gebäude wurde beschildert mit der Bezeichnung: "DEUTSCHES
SCHUL-LAND-HEIM"

2011 wird das ehemalige Schullandheim als Wohnanlage von der „Mederius
GmbH
Pflegzentrum an der Osterau“ genutzt.
Chronologie des Schullandheim Bimöhlen
1949
Das Herrenhaus des Landwirts Brockmann wird zum Verkauf angeboten.
Es sind zurzeit noch „Flüchtlings-Familien“ im
Gebäude untergebracht.
1949, 05. August (12.10.1949),
der Schulverein Schnelsen erwirbt für 22000 DM das Herrenhaus
des ehemaligen Roggenhofes von Isolde Brockmann in Bimöhlen.
Von der Kaufsumme wurden 8000 DM als Eigengeld, 2000 DM Darlehen
der Eltern u. Lehrer und 12000 DM als Hypotheken aufgebracht. Die
offizielle Übernahme erfolgt am 1. April 1950.
1950, 01. Juni,
Eröffnung des Heimes.
1950, 02. September,
Einweihungsfeier des neuen Schullandheimes.
1952, 01. April,
das Heimverwalter-Ehepaar Willy u. Gertrud Dankert beziehen zum
01. April ihre Dienstwohnung.
1952, im Mai,
die letzte einquartierte Familie verlässt das bereits als Heim
genutzte Gebäude.
1953, 14. Dezember,
Baugenehmigung für einen Waschraum-Anbau.
1956, 27. Januar,
nach dem Heinrich Pohlmann im April 1950 die Heimverwaltung
von Bimöhlen übernommen hatte, übergibt er dieses
Amt an seinen Lehrer-Kollegen Hinrich Pape.
1956,
eine Sammlung „Rettet das Dach“ wird ins Leben
gerufen.
1957, Januar,
Errichtung einer Duschanlage für beide Waschräume (inklusiv
Durchlauferhitzer), Errichtung einer Klärgrube und Einbau von
4 Öfen.
1957, 15. Februar,
der Anbau von WC und Duschräumen wird erteilt.
1957, 12. April,
eine Hauskläranlage wird fürs Heim genehmigt.
1957, Mai,
die Angebote für den Dachausbau werden ermittelt.
1957, 10. August,
der Umbau des Dachgeschoßes wird erteilt.
1958, 03. Februar,
die Heimleiterwohnung auf den Waschraumanbau wird genehmigt.
1958, März bis Dezember,
der Dachumbau wird in Angriff genommen und nach dessen Fertigstellung
wird der Aufbau einer Heimleiterwohnung über den Waschräumen
begonnen. Die Arbeiten dauern bis in den Dezember hinein.
1958, 26. April,
das Richtfest des neuen Dachstuhles wird bei strömenden Regen
gefeiert.
1958, 28. Juni,
die Einweihung des neuen 2. Stockwerkes des Heimes wird bei herrlichem
Sommerwetter gefeiert.
1959, Mai,
Innen-Grundsanierung des Heimes mit Küchen-Sanierung.
1962, September,
eine „Auflockerung“ bzw. Reduzierung der Bettenanzahl
von 75 auf 51 wird geplant.
1963, 26. April,
der Umbau der Fenster und die Erweiterung des Heimes mit einem Spielhallen-Neubau
mit Lagerraum werden erteilt.
1964, 25. Mai,
die Heizungsanlage mit Tank wird erneuert.
1964, 28. Oktober,
der Einbau einer Grundstückskläranlage mit Versickerungsanlage
wird genehmigt.
1964,
Grundsanierung des Heimes.
1965, 03. u. 10. April,
zwei Einweihungsfeiern nach Abschluss der Sanierungsarbeiten werden
für die Schulen Frohmestraße u. Anna-Susanna-Stieg veranstaltet.
1966, 01. April,
das Ehepaar Hans-Jürgen u. Marga Heins werden mit der Heimleitung
betraut.
1969, 01. April,
Helga Müller wird Heimleiterin (Heimmutter) in Bimöhlen.
1972, 01. Februar,
mit seiner Pensionierung übergibt Hinrich Pape die Schulland-Heimverwaltung
an Hans-Peter Teitge.
1975, 07. September,
das 25jährige Jubiläum, des Schullandheims in Bimöhlen,
wird mit einem bunten Programm gefeiert.
1977,
nach nur wenigen Jahren wechselt erneut die Heimverwaltung von Hans-Peter
Teitge zu Klaus Lochmann.
1982,
zwei Tagesräume werden angebaut.
1983, 01. Januar,
Anja J. Schroeder, geb. Müller, übernimmt von ihrer Mutter
die Leitung des Heimes in Bimöhlen.
1985, 01. Juni,
Anja Langmaack, geb. Mewes, löst ihre Vorgängerin als
Heimmutter ab und leitet erfolgreich das Heim bis zum Verkauf am
01. Juli 1991.
1989, 19. April,
das Schnelsener Schullandheim wird an die Gesamtschule Elmshorn
verpachtet.
1990,
der Schulverein Schnelsen will das Heim aufgeben und bietet das
Gebäude der Gemeinde Bimöhlen zum Kauf an. Nach einer
Kauf-Überprüfung der Gemeinde wird dieses Angebot abgelehnt.
1991, 26. Juni,
eine Abschiedsfeier vom Schullandheim wird organisiert.
1991, 01. Juli,
neuer Besitzer ist Peter Franke, der das erworbene Haus als Pflegeheim
nutzen wird.
2005,
Pflegeheim- Besitzer Peter Franke geht in die Insolvenz. Das Pflegeheim
wird vom Insolvenzverwalter Wilhelm aus Hamburg weitergeführt.
2008, 19. Februar,
neue Besitzer werden der Rechtsanwalt Christian Henning und seine
Frau Maren Töpper-Henning, die hier seit Mai 2007 ihr Pflegeheim
„Mederius“ betreiben.
2011,
Bimöhlen, Dorfplatz Nr. 1
Heute werden im „Mederius GmbH Pflegezentrum an der Osterau“
21 Bewohner im ehemaligen Schullandheim betreut. Zwei weitere Wohnanlagen
in Bimöhlen gehören ebenfalls zu diesem Unternehmen, so
dass ca. 94 Personen von 72 Angestellten des Pflegezentrums betreut
werden.
Heimmütter
……. Kelch (Wirtschafterin)
vom 01.06.1950 bis 1952
Ehepaar Willy u. Gertrud
Dankert vom 01.04.1952 bis 1955
Ehepaar Erwin u. Ella Grell vom
15.04.1955 bis 31.03.1956
Ehepaar Gustav u. Elsa
Lindert vom 15.04.1956 bis 30.09.1962
Ehepaar Rudolf u. Hildegard
Jacke vom 01.04.1962 bis 03.01.1964
Ehepaar Klaus-Hannes u.
Irmgard Krause vom 01.02.1964 bis 31.12.1964
(Verwaltung während des Umbaues 1964)
Ehepaar Reinhold u. Erika
Beckmann vom 01.01.1965 bis 30.09.1965
Ehepaar Hans-Jürgen u.
Marga Heins vom 01.04.1966 bis 1969
Helga Müller vom 01.04.1969
bis 31.12.1982
Anja J. Schroeder von 01.01.1983
bis 31.05.1985
Anja Langmaack vom 01.06.1985 bis 30.06.1991
Karin Langmaack vom 15.02.1988
bis 15.10.1988
(Schwangerschafts- Heim-Vertretung) |